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Hintergrundinformationen

Weingut Keßler

Familie Keßler
Familie Keßler

Seit 1989 führt das Ehepaar Keßler gemeinsam das "Weingut Keßler". Entstanden aus den Traditionsbetrieben Kneib und Bord, die schon seit Generationen Wein-, Obst- und Ackerbau in Zornheim betrieben hatten, spezialisierten sie sich ausschließlich auf den Weinanbau und begannen mit der Flaschenweinvermarktung. Getragen wird das Weingut durch die Zusammenarbeit der ganzen Familie sowie die Unterstützung von Freunden und Verwandten. Alle packen mit an: von der Pflanzung der Reben über die Pflege und die Ernte der Trauben bis hin zum Verkauf bei den Hoffesten. Die Weinbergsfläche des Weingutes beläuft sich derzeit auf 7,5 ha, auf denen dreizehn verschiedene Rebsorten wie z.B. Grauer Burgunder und Dornfelder gedeihen. In 2005 konnten hier die ersten Weintrauben in ökologischer Qualität geerntet werden.

Durch eine verantwortungsvolle und umweltbewusste Bearbeitung ihrer Weinberge sowie die Reduzierung der Erntemengen durch einen geringeren Anschnitt der Reben und die grüne Lese (d.h. Traubenreduzierung vor der Ernte) strebt Familie Keßler an, gehaltvolle und bekömmliche Weine zu erzeugen. Dass ihr das gelingt, bekam sie bei ihrer ersten Teilnahme am "Großen Internationalen Weinpreis MUNDUSvini" bestätigt. Der 2005er Silvaner feinherb des Weingut Keßler wurde von einer internationalen Jury mit der Note "Sehr gut" bewertet.

Interview der bio-siegel.de-Redaktion mit Edith Keßler

bio-siegel.de: Wie ist Ihr Unternehmen dazu gekommen, Öko-Produkte auf den Markt zu bringen?

Edith Keßler: Aus Überzeugung, dass ökologisch produzierte Produkte gesünder und bekömmlicher sind.

bio-siegel.de: Seit wann sind Sie in der Öko-Branche tätig bzw. seit wann vertreiben Sie Öko-Produkte?

Edith Keßler: Ökologisch produzieren wir seit 2005. Schon lange hatten wir das Ziel, unsere Weine ökologisch zu produzieren, aber da wir nur eine kleine Fläche bewirtschafteten und dies im Nebenerwerb, konnten wir dieses Ziel noch nicht realisieren. Wir übernahmen 2005 die Weinberge eines Winzers, der schon seit 1994 ökologisch arbeitete, vergrößerten dadurch unseren Betrieb und gingen den Schritt in den Haupterwerb. Unsere Flächen, die wir seit 1999 nach den Richtlinien des kontrolliert umweltschonenden Weinbaus bewirtschafteten, sind derzeit in der "Umstellungsphase".

bio-siegel.de: Was, glauben Sie, ist der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens?

Edith Keßler: Wir sind überzeugt von unseren ökologisch produzierten und damit auch sehr aromatischen, reinen und schmackhaften Weinen. Nur gute Qualität führt letztendlich zum Erfolg.

Blick in den Weinkeller
Reifung der Rotweine in Holzfässern

bio-siegel.de: Welche Unternehmensphilosophie zeichnet Sie aus?

Edith Keßler: Wir möchten umweltbewusst arbeiten, um so die Natur für die nachkommenden Generationen zu erhalten. Guten Wein zu produzieren, den Kunden mit bekömmlichen, hochwertigen, ehrlichen Qualitätsweinen zu begeistern, ist für uns Ansporn und Möglichkeit, den Weintrinkern ein Umweltbewusstsein im Alltag näher zu bringen.

bio-siegel.de: In welchen Bereichen planen Sie Investitionen bzw. wollen Sie das Unternehmen weiter entwickeln?

Edith Keßler: Wir möchten unsere Kellertechnik weiter verbessern, indem wir noch zusätzliche Kühlmöglichkeiten anschaffen, um den neuen Weinen eine schonende Gärung zu ermöglichen. Dies dient zum Erhalt der natürlichen Aromen, die jede Traube in sich birgt.

Des Weiteren möchten wir gemütliche Räumlichkeiten schaffen, um mit unseren Kunden auch in größerer Runde Weinproben durchführen zu können.
Die Weinflaschen sollen ein neues, ansprechendes Design in Form eines eigenen "Keßleretikettes" erhalten.

Neue Rebsorten werden angepflanzt um unser Weinsortiment zu erweitern und damit unseren Kunden zu ermöglichen, die Vielfalt unsere Natur zu schmecken.

bio-siegel.de: Wie sichern Sie die Qualität Ihrer Öko-Produkte?

Edith Keßler: Durch eine schonende Behandlung unseres Produktes, begonnen bei der Arbeit im Weinberg bis zum Abfüllen des fertigen Weines in die Flasche. Viele Schritte führen zur Qualitätssteigerung, in Kürze, um hier nur einige zu erwähnen: Zunächst werden die Reben ertragsreduzierend geschnitten; der Boden durch Einsaaten natürlich genährt; Trauben vor der Ernte minimiert; bei Bedarf Rebstöcke entblättert; je nach Weinsorte mit der ganzen Familie und Freunden per Hand gelesen; je nach Sorte vor dem schonenden Auspressen die Beeren von den Stielen getrennt und bedacht weiterverarbeitet. Damit die Aromen der Trauben erhalten bleiben, wird der junge Wein langsam und kontrolliert in Edelstahlkühltanks vergoren. Bis zur Abfüllung können die Weißweine in Edelstahlfässern und die Rotweine in Holzfässern in Ruhe reifen.

bio-siegel.deWie stellen Sie sich die Zukunft des Ökolandbaus / des Öko-Handels vor?

Edith Keßler: Ich denke, dass sich der Ökolandbau weiter vergrößert wird, weil mehr ökologisch erzeugte Produkte zur Verfügung stehen müssen. Dies hätte zur Folge, dass sich auch der Öko-Handel vergrößern würde, dem Konsumenten dann auch mehr Auswahl zur Verfügung stehen würde.

Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass dem Verbraucher begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Denn wenn die Löhne, Gehälter und Renten nicht im ausgewogenen Verhältnis zu den Preisen stehen, fällt es dem größten Teil der Bevölkerung sehr schwer, ausschließlich nach Bio-Produkten zu greifen!

bio-siegel.de: Wie beurteilen Sie den Markt für Öko-Produkte jetzt und in Zukunft?

Edith Keßler: Das ökologische Bewusstsein in unserer Bevölkerung wächst, so ist bei steigendem Interesse auch ein steigender Bedarf zu erwarten. Der Markt ist noch erweiterungsfähig.

bio-siegel.de: Welche Bedeutung haben Öko-Produkte am Gesamt-Umsatz Ihres Unternehmens?

Edith Keßler:Wir sind ein Weingut das ausschließlich nach den ökologischen Richtlinien arbeitet, also 100 Prozent.

bio-siegel.de: Was hat Sie dazu bewogen, das Bio-Siegel zu verwenden?

Edith Keßler: Das Bio-Siegel ist mittlerweile bei den Verbrauchern bekannt und auch anerkannt!

bio-siegel.de: Was versprechen Sie sich für die Zukunft davon?

Edith Keßler: Steigendes Interesse an unserem Produkt und dadurch auch neue Kunden.

bio-siegel.de: Hat die Nutzung des Siegels Auswirkungen auf Ihr Unternehmen bzw. Ihre Produkte?

Edith Keßler: Ich glaube ja, durch seine Bekanntheit.

bio-siegel.de: Welchen Beitrag kann das Bio-Siegel Ihrer Meinung nach für die Zukunft Ihres Unternehmens und des Bio-Marktes allgemein leisten?

Edith Keßler: Durch intensive Werbung mit dem und für das Bio-Siegel macht es den Verbraucher aufmerksam auf das was wichtig ist, nämlich seine eigene Gesundheit.

Für uns erhoffe ich ein gesteigertes Interesse an unseren Weinen und auch an unseren Hoffesten, zu denen wir jedes Jahr einladen, um unsere Produkte und uns kennenzulernen zu können.

Wir bieten an vier Wochenenden einfache, hausgemachte Gerichte, die gut zu unseren Weinen passen.

bio-siegel.de: Welche Veränderungen in Politik und Gesellschaft würden Sie sich wünschen?

Edith Keßler: Ich würde mir wünschen, dass alle, oder sagen wir möglichst viele landwirtschaftliche Betriebe durch angemessene Subventionen motiviert werden, auf die ökologische Wirtschaftsweise umzustellen. Damit möglichst viele dazu beitragen können, mit der Natur und damit für unsere Schöpfung zu arbeiten.

Für unsere Gesellschaft wünsche ich mir eine weitere Zunahme an Sensibilität im Umgang mit der Umwelt und mit sich selbst, dem eigenen Körper.

bio-siegel.de: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal von vorn anfangen könnten?

Edith Keßler: Früher beginnen mit der ökologischen Arbeitsweise.

Kontakt

Weingut Edith und Norbert Keßler
Sörgenlocher Weg 3
55270 Zornheim/Rheinhessen
Tel.: 06136-43736
Mail: Kontakt Weingut-Kessler.Zornheim@t-online.de

Internet: Externer Link www.Weingut-Kessler-Zornheim.de