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Hintergrundinformationen
Martin Kuhrau, Imker, in Berkatal/Werra-Meißner-Kreis
Martin Kuhrau mag Honig gern. Und zwar so gern, dass er im Frühjahr 2003 begann, mit zwei Bienenvölkern Honig für seinen Eigenbedarf zu erzeugen. In Frankershausen, einem Ortsteil von Berkatal im Werra-Meißner-Kreis, baute er eine kleine Imkerei auf, die seit 2005 nach den Regeln der EG-Öko-Verordnung bewirtschaftet wird.
Seine Bienen stehen an weitgehend naturbelassenen Standorten wie am Waldrand des Hohen Meißners oder in den Karstgebieten im Berkatal. Die Völker leben in selbst gezimmerten Magazinen aus Holz und bauen ihre Waben ohne den Einsatz von Plastik, Stearin oder Altwachs. Chemische Tierarzneimittel gegen Krankheiten oder Parasiten kommen für Martin Kuhrau nicht in Frage. Die Varroa-Milbe beispielsweise wird von ihm ausschließlich mit Ameisen- oder Oxalsäure bekämpft. Außerdem setzt er bei der Zucht auf die Widerstandsfähigkeit der Bienen und nimmt dafür geringere Erträge in Kauf.
Im Winter füttert Martin Kuhrau nur mit Honig, höchstens einmal mit Bio-Zucker. Die Verarbeitung des Honigs erfolgt ohne Wärmebehandlung, er wird nach dem Rühren direkt abgefüllt. Martin Kuhrau beachtet ökologische Aspekte in allen Bereichen der Betriebsführung.
Interview der bio-siegel.de-Redaktion mit Geschäftsführer Martin Kuhrau
bio-siegel.de: Wie ist Ihr Unternehmen dazu gekommen, Öko-Produkte auf den Markt zu bringen?
Martin Kuhrau: Es ist die Begeisterung für die Bienen, die dazu führte, dass ich irgendwann mehr Honig hatte, als ich selbst essen konnte. Da ich mich schon lange aus dem Bioladen ernähre, kam für mich auch nur eine biologische Vorgehensweise in der Bienenhaltung in Frage.
bio-siegel.de: Seit wann sind Sie in der Öko-Branche tätig bzw. seit wann vertreiben Sie Öko-Produkte?
Martin Kuhrau: Ich nehme seit 2005 am Kontrollverfahren teil.
bio-siegel.de: Was, glauben Sie, ist der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens?
Martin Kuhrau: Meine kleine Imkerei wird vom Vertrauen meiner Kunden getragen, die meisten kenne ich persönlich.
bio-siegel.de: Welche Unternehmensphilosophie zeichnet Sie aus?
Martin Kuhrau: Zeit ist Geld, aber nicht im herkömmlichen Sinne. Die Zeit, die ich einer Sache widme, bereichert mich letztendlich durch die Fähigkeiten und Erkenntnisse, die ich dabei erlange.
bio-siegel.de: In welchen Bereichen planen Sie Investitionen bzw. wollen Sie das Unternehmen weiter entwickeln?
Martin Kuhrau: Ich investiere in allen Bereichen gleichmäßig und in kleinen Schritten. Bienenvölker sind ganz wild drauf, sich zu vermehren, das ist der Wachstumsmotor für die Imkerei. Hieraus ergeben sich die notwendigen Investitionen, die Bienen brauchen eine Behausung, mehr Honig muss verarbeitet werden, mehr Kunden müssen erreicht werden und so weiter. Das alles muss sich aber harmonisch miteinander verändern, denn der Weg ist das Ziel.
bio-siegel.de: Wie sichern Sie die Qualität Ihrer Öko-Produkte?
Martin Kuhrau: Im Wesentlichen über die Standortwahl für die Bienenvölker.
bio-siegel.de: Wie stellen Sie sich die Zukunft des Ökolandbaus /des Öko-Handels vor?
Martin Kuhrau: Ich glaube, Bewusstsein und Interesse für ökologische Zusammenhänge werden weiter wachsen – damit auch der Ökolandbau und entsprechend der Markt für Bio-Produkte.
bio-siegel.de: Welche Bedeutung haben Öko-Produkte am Gesamt-Umsatz Ihres Unternehmens?
Martin Kuhrau: Ich bestreite etwa 25 Prozent meiner Existenz aus der Imkerei, den Rest mit handwerklichen Dienstleistungen, wobei das Thema Nachhaltigkeit immer eine große Rolle spielt.
bio-siegel.de: Was hat Sie dazu bewogen, das Bio-Siegel zu verwenden?
Martin Kuhrau: Das eigene Vertrauen in das Bio-Siegel und die Möglichkeit, im Bioladen zu vermarkten.
bio-siegel.de: Was versprechen Sie sich für die Zukunft davon?
Martin Kuhrau: Ich glaube, mir hilft das Biosiegel, neue Kunden zu gewinnen.
bio-siegel.de: Hat die Nutzung des Siegels Auswirkungen auf Ihr Unternehmen/Ihre Produkte?
Martin Kuhrau: Nein, die Standards der EG-Öko-Verordnung hatte ich schon vor der Teilnahme am Kontrollverfahren verwirklicht.
bio-siegel.de: Welchen Beitrag kann das Bio-Siegel für die Zukunft Ihres Unternehmens und des Bio-Marktes allgemein leisten (Ihrer Meinung nach)?
Martin Kuhrau: Die Präsenz des Bio-Siegels lenkt immer wieder Aufmerksamkeit auf Herkunft und Qualität unserer Nahrung und sorgt so für Auseinandersetzung und Bewusstseinsbildung und Wachstum des Bio-Marktes.
bio-siegel.de: Welche Veränderungen in Politik und Gesellschaft würden Sie sich wünschen?
Martin Kuhrau: Einen Bewusstseinswandel, der das Bio-Siegel überflüssig macht.
bio-siegel.de: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal von vorn anfangen könnten?
Martin Kuhrau: Das wüßt’ ich auch mal gern.
Kontakt
Martin Kuhrau
Berkastraße 67
37297 Berkatal
Tel.: 05657 919311
