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Hintergrundinformationen

Haus Rabenhorst, O. Lauffs GmbH & Co. KG

Haus Rabenhorst

Am Anfang des Unternehmens stand der Wein, denn im Jahr 1805 nahm Pfarrer Lauffs, der Ur-Vater der Firma, den Betrieb seines Weingutes in Oberwinter auf. Ende des 19. Jahrhunderts ermöglichte es die Pasteurisierung, Traubensaft haltbar zu machen und als "alkoholfreien Wein" anzubieten. Dieses galt 1898 als Weltneuheit und bildete das Fundament für das heutige Haus Rabenhorst. Zu nationaler Bedeutung gelangte das Unternehmen 1952 mit dem Siegeszug der Marke "Rotbäckchen". Bereits 1969 begann der biologisch-kontrollierte Vertragsanbau, damit ist Haus Rabenhorst ein Vorreiter der Bio-Szene. Das Unternehmen hat sich zum spezialisierten Produzenten natürlicher Säfte aus Obst und Gemüse entwickelt, wobei die Produktion von naturbelassenen Säften das Kerngeschäft ausmacht. Das Kompetenzfeld rund um das "gesunde Trinken" wurde in den 90er Jahren ausgeweitet. Haus Rabenhorst ist nach wie vor im Besitz der Familie Lauffs. Seit 1985 ist ein externes Management für die Geschäftsführung verantwortlich. 2005 wurde Haus Rabenhorst 200 Jahre alt.

Heute ist das Unternehmen Spezialist für den gesamten Bereich der "gesunden und natürlichen Ernährung". Neben Säften, die zum größten Teil im Haus Rabenhorst selbst gekeltert werden, vertreibt das Unternehmen auch Spezialgebäcke wie glutenfreie Lebensmittel und Weine von engagierten Bio-Winzern. Zurzeit sind 100 Mitarbeiter beim Unkeler Unternehmen beschäftigt. In den Tanks der Firma lagern rund zehn Millionen Liter Obst- und Gemüsesäfte, täglich werden bis zu 120.000 Flaschen abgefüllt. Insgesamt vertreibt Haus Rabenhorst rund 370 Produkte in Reformhäusern, Apotheken und Naturkostfachläden. Die Rotbäckchen-Säfte in Bio-Qualität gibt es seit 2007 zusätzlich auch in ausgewählten Drogeriemärkten und im hochwertigen Lebensmitteleinzelhandel.

Interview der bio-siegel.de-Redaktion mit Haus Rabenhorst Geschäftsführer Klaus-Jürgen Philipp

Rabenhorst Säfte in der Qualitätskontrolle

bio-siegel.de: Herr Philipp, wie ist Ihr Unternehmen dazu gekommen, Öko-Produkte auf den Markt zu bringen?

Klaus-Jürgen Philipp: Das Haus Rabenhorst baute von Anbeginn seiner Produktion auf die Natur und wurde sehr früh zu einem Pionier der Reformbewegung. Was heute modern genannt wird - die Besinnung auf die gesunderhaltenden Kräfte unverfälschter Natur und chemiefreier Herstellungsprozesse - das ist im Haus Rabenhorst Tradition. Wir sprangen auf keinen fahrenden Zug auf, sondern schoben ihn an. Wir definierten Qualität schon immer konsequenter als andere.

bio-siegel.de: Seit wann sind Sie in der Öko-Branche tätig bzw. seit wann vertreiben sie Öko-Produkte?

Klaus-Jürgen Philipp: Bereits in den 20er Jahren trat das Haus Rabenhorst zusammen mit der Reformbewegung für eine gesunde, naturbelassene Ernährung ein. Dann, in den 70er Jahren, wurde das Haus Rabenhorst zum Vorreiter der Bioszene: der Universität Kassel wurde 1969 ein Forschungsauftrag erteilt. In den folgenden Jahren intensiver Zusammenarbeit wurde der biologisch-kontrollierte Anbau zukunftsweisend vorangetrieben. Durch den Forschungsauftrag und die hauseigenen Richtlinien für den biologischen Anbau, konnten bereits 1971 vier Säfte in Bio-Qualität angeboten werden.

bio-siegel.de: Was, glauben Sie, ist der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens?

Klaus-Jürgen Philipp: Qualität braucht viel Erfahrung. Und das Haus Rabenhorst steht nun im 108. Jahr der Saftproduktion. Diese Erfahrungswerte sind der Schlüssel für die Spitzenqualität unserer Produkte und damit auch der Schlüssel zum Erfolg. Einerseits ist es die Besinnung auf unsere Werte – andererseits die Freude, unsere Kunden immer wieder mit Innovationen und Trends begeistern zu können.

bio-siegel.de: Welche Unternehmensphilosophie zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Klaus-Jürgen Philipp: Wir im Haus Rabenhorst machen Marken für Menschen. Für uns ist das keine Leerformel - ganz im Gegenteil. Im Haus Rabenhorst gibt es vier ganzheitliche Grundsätze, denen sich alle Mitarbeiter verpflichtet fühlen:

  1. Die Rohstoffe - so naturrein wie nur möglich. Wir verarbeiten weitestgehend Früchte aus kontrolliertem ökologischem Anbau. Es freut uns zu sehen, dass auch ausländische Produzenten die Notwendigkeit spezifischer Anbaustandards erkennen und unsere besonders strengen Anbaustandards anwenden.
  2. Die Produkte - so naturbelassen wie nur möglich. Unter den Marken "Rabenhorst" und "Rotbäckchen" gibt es bei uns nur Direktsäfte, d.h. keine Konzentrate. Keine Bestrahlung und keine Genmanipulation.
  3. Die Lebensräume schützen - so umfassend wie nur möglich. Wir fördern ideell und materiell den Schutz der Natur und der Umwelt aus Eigennutz: Nur gesunde Böden, reines Wasser und saubere Luft können unsere selbstgesetzten Standards sichern. Diesem Ziel verpflichten wir uns jährlich in unserem Umweltmanagement.
  4. Der Natur verbunden - dem Humanen verpflichtet. Wir üben soziale Fairness gegenüber unseren Obsterzeugern und sonstigen Lieferanten und natürlich unseren qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Dazu gehören Anbauverträge und eine gerechte Bezahlung. Zu erwirtschaften ist sie nur über einen gerechten Preis. Ein Billig-Anbieter kann Rabenhorst nicht sein.

Kurz: Durch ganzheitliches Denken erreichen wir ganzheitliche Qualität.

bio-siegel.de: In welchen Bereichen planen Sie Investitionen bzw. wollen Sie das Unternehmen weiter entwickeln?

Klaus-Jürgen Philipp: Die wichtigsten Werte unseres Hauses sind unsere Marken. Neben Investitionen in diese Marken werden wir weiter in die Qualität unserer Produkte und den Ausbildungsstand unserer Mitarbeiter investieren.

 

Rabenhorst Produktionsanlagen

bio-siegel.de: Wie sichern Sie die Qualität Ihrer Öko-Produkte?

Klaus-Jürgen Philipp: Neben den Kontrollen der Verbände und Fachmärkte unterliegen unsere Produkte vor allem unseren hauseigenen Richtlinien. Im Haus Rabenhorst gibt es ein sehr strenges Qualitätsmanagement, welches sowohl präventiv als auch reaktiv arbeitet. Ich gebe Ihnen ein Beispiel für die Strenge unserer hauseigenen Richtlinien: bei der Anlieferung von Beeren (z.B. Preiselbeeren) fordern wir vom Lieferanten ein Radioaktivitätszertifikat. Darin muss er jeweils bestätigen, dass die Radioaktivität seiner Ware kleiner ist als 20 Becquerel pro Kilogramm. Nur wenn dieser Wert nicht überschritten wird, nehmen wir die Ware an und verarbeiten sie zu Saft. Die gültigen EU-Grenzwerte für radioaktiv belastete Nahrungsmittel liegen bei 600 Becquerel pro Kilogramm. 

bio-siegel.de: Wie stellen Sie sich die Zukunft des Ökolandbaus / des Öko-Handels vor?

Klaus-Jürgen Philipp: Der Ökolandbau wird durch die wachsenden Bio-Sortimente in den Geschäften weiter an Bedeutung zunehmen. Wichtig ist, dass die Qualität auch unter dieser Entwicklung konstant gehalten wird.

bio-siegel.de: Wie beurteilen Sie den Markt für Öko-Produkte jetzt und in Zukunft?

Klaus-Jürgen Philipp: Die Marktzahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Bio-Branche stetig wächst. In 2005 war die Schlagzeile "Bio boomt" häufig zu lesen, denn das Geschäft mit biologischen Lebensmitteln wuchs über zehn Prozent. Auch die Vertriebsnetze für Bio-Lebensmittel werden immer besser. Deshalb glauben wir, dass die Nische Öko-Markt auch in Zukunft noch Wachstumspotential besitzt und Bio-Lebensmittel immer alltäglicher werden. Dies wissen wir, die wir hochwertige Lebensmittel produzieren und vertreiben und dabei ökologische Erkenntnisse unseren Produkten und Herstellungsmethoden zugrunde legen.

bio-siegel.de: Welche Bedeutung haben Öko-Produkte am Gesamt-Umsatz Ihres Unternehmens?

Klaus-Jürgen Philipp: Die Bio-Produkte machen ca. 60 Prozent unseres Gesamt-Umsatzes aus.

Apfellieferung

bio-siegel.de: Was hat Sie dazu bewogen, das Bio-Siegel zu verwenden?

Klaus-Jürgen Philipp: Wir stellen nicht ohne Genugtuung fest, dass wir offensichtlich seit langem auf dem richtigen Weg sind: Wir wirtschafteten nie anders als "biologisch", dachten global und handelten lokal. Als dann im Jahr 2001 das offizielle Bio-Siegel erarbeitet wurde, war es für uns ganz klar, unsere Bio-Produkte mit diesem Orientierungszeichen für die Verbraucher auszuzeichnen. Der Bio-Qualität unserer Produkte wird damit offiziell Ausdruck verliehen und dem Verbraucher ist damit gedient. Das ist uns sehr wichtig.

bio-siegel.de: Was versprechen Sie sich in Zukunft davon?

Klaus-Jürgen Philipp: Das Bio-Siegel wird durch wachsende Bio-Sortimente bei Discountern und im klassischen Lebensmittel-Einzelhandel weiter an Bekanntheit gewinnen und damit dem Verbraucher eine wichtige Orientierung geben.

bio-siegel.de: Hat die Nutzung des Siegels Auswirkungen auf Ihr Unternehmen bzw. Ihre Produkte?

Klaus-Jürgen Philipp: Die Marken und Produkte unseres Hauses stehen für Spitzenqualität. Das Bio-Siegel gibt dem Verbraucher aber eine zusätzliche Sicherheit.

bio-siegel.de: Welchen Beitrag kann das Bio-Siegel Ihrer Meinung nach für die Zukunft Ihres Unternehmens und des Bio-Marktes allgemein leisten?

Klaus-Jürgen Philipp: Das Bio-Siegel gibt dem Verbraucher eine einfache Orientierung und wird damit die Marktbedeutung von Bio-Produkten weiter vorantreiben.

bio-siegel.de: Welche Veränderungen in Politik und Gesellschaft würden Sie sich wünschen?

Klaus-Jürgen Philipp:
Die Gesundheitskosten steigen kontinuierlich, viele Krankheiten – auch schon bei unseren Kindern – werden durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung ausgelöst. Die Förderung preiswerter Bio-Lebensmittel sollte einen höheren Stellenwert in Politik und Gesellschaft erhalten.

bio-siegel.de: Was würden Sie anders machen, wenn Sie noch einmal von vorn anfangen könnten?

Klaus-Jürgen Philipp: Wir im Haus Rabenhorst sind stolz auf die Leistungen in den vergangenen 203 Jahren. Wir würden alles genauso wieder machen.

Kontakt:

Rabenhorst Logo

Haus Rabenhorst, O. Lauffs GmbH & Co. KG
Scheurener Str. 4
53572 Unkel / Rhein
Tel.: 02224/1805-0
Fax: 02224/1805-70

E-Mail: Kontakt info@rabenhorst.de

URL: Externer Link www.haus-rabenhorst.de


Stand: August 2008