Bio - Was heißt das?

Was ist ökologischer Landbau?

Sonnenblume vor Bio-Acker
Ökolandbau: Wirtschaften im Einklang mit der Natur, © BLE, Foto: T. Stephan, Quelle: oekolandbau.de

Der ökologische Landbau hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und agrarpolitischen Motivationen entwickelt. Gemeinsames Anliegen aller ist es, gesunde, unbelastete und schmackhafte  Lebensmittel zu erzeugen, zu produzieren  und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen.

Im Erzeuger Bereich auf Oekolandbau.de finden Sie Externer Link weitere Informationen zur Geschichte des ökologischen Landbaus.

Der Hauptgedanke der ökologischen Landwirtschaft ist ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Der landwirtschaftliche Betrieb wird dabei vor allem als Organismus mit den Bestandteilen Mensch, Tier, Pflanze und Boden gesehen. Die ökologischen Landbaumethoden streben an:

  • Einen möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf zu gewährleisten (Futter- und Nährstoffgrundlage soll der eigene Betrieb sein),
  • die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und mehren und
  • Tiere besonders artgerecht zu halten.

Folgende Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund:

  • kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln, Anbau wenig anfälliger Sorten in geeigneten Fruchtfolgen, Einsatz von Nützlingen, mechanische Unkraut-Bekämpfungsmaßnahmen wie Hacken,
  • keine Verwendung leicht löslicher mineralischer Düngemittel,
  • Ausbringen von organisch gebundenem Stickstoff vorwiegend in Form von Mist oder Mistkompost, Gründüngung durch Stickstoff sammelnde Pflanzen (Leguminosen) und Einsatz langsam wirkender natürlicher Düngestoffe,
  • Pflege der Bodenfruchtbarkeit durch ausgeprägte Humuswirtschaft,
  • abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen mit vielen Fruchtfolgegliedern und Zwischenfrüchten,
  • keine Verwendung von chemisch-synthetischen Wachstumsregulatoren oder von Hormonen,
  • begrenzter, streng an die Fläche gebundener Viehbesatz,
  • Fütterung der Tiere möglichst mit selbsterzeugtem Futter, wenig Zukauf von Futtermitteln;
  • weitgehender Verzicht auf Antibiotika.

Ökologischer Landbau ist besonders auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Er erhält und schont die natürlichen Ressourcen in besonderem Maße und hat vielfältige positive Auswirkungen auf die Umwelt.

Mehr Informationen zu den Umweltleistungen des  Öko-Landbaus finden Sie im Externer Link Erzeuger Bereich auf Oekolandbau.de: Umweltleistungen des ökologischen Landbaus

Ökologische Lebensmittelverarbeitung

Bio-Brot-Regal
Die EG-Öko-Verordnung gilt auch für die Verarbeitung von Rohstoffen, © BLE, Foto: T.Stephan, Quelle: oekolandbau.de

Alle Betriebe, die Bio- bzw. Öko-Produkte herstellen, müssen sich wie die Erzeugerbetriebe auch der  jährlichen  Kontrolle einer Kontrollstelle unterziehen. Es werden die Rezepturen, die Menge an eingekauften Rohstoffen sowie der Herstellungsprozess bis zum fertigen verpackten Produkt kontrolliert. Wenn Verarbeiter sowohl konventionelle als auch ökologische Lebensmittel produzieren, müssen sie die Produktion räumlich oder zeitlich trennen, damit es zu keiner Vermischung kommt.

Natürliche Rohstoffe statt Zusatzstoffe

Bio-Lebensmittel müssen im Gegensatz zu konventioneller Ware mit einem Zehntel der zugelassenen Zusatzstoffe auskommen. In einer Positiv-Liste der gültigen  EG-Öko-Verordnung  sind pflanzliche Verdickungsmittel, Backtriebmittel oder Emulgatoren aufgeführt, ohne die sich bestimmte Produkte einfach nicht herstellen lassen.

Verboten sind sämtliche Süßstoffe und Stabilisatoren sowie synthetische Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker.

Die Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitaminen und Mineralstoffen ist für Bio-Lebensmittel nur dort zulässig, wo sie gesetzlich gefordert wird, z.B. muss Babybrei mit Vitamin B1 angereichert werden.

Um die verbotenen Zusatzstoffe auszugleichen, müssen die Hersteller von Bio-Lebensmitteln besonders hohe Anforderungen an die Qualität ihrer Rohstoffe stellen, etwa was Farbe und Geschmack angeht. Gleichzeitig müssen sie Rezepturen neu entwickeln, die ohne solche Zusatzstoffe funktionieren. Hilfreich dabei sind Lebensmittel mit besonderen Eigenschaften wie stark färbender Rote-Bete-Saft oder Vitamin-C-reiche Acerola-Kirschen.

Ebenfalls verboten ist die Bestrahlung von Lebensmitteln in der ökologischen Lebensmittelherstellung. Durch radioaktive Bestrahlung können Krankheitserreger und andere Mikroorganismen abgetötet werden. Dies ist eine weit verbreitete Methode, um die Haltbarkeit von Gewürzen und Kräutern zu verlängern.

Umfangreiche Informationen zum Einsatz von Zusatzstoffen in der ökologischen Lebensmittelverarbeitung finden Sie im Externer Link Verarbeiter Bereich auf Oekolandbau.de.

Warenzeichen der Öko-Anbauverbände

Auf Bio-Produkten können neben dem Bio-Siegel auch die Warenzeichen der Öko-Anbauverbände aufgedruckt sein. Dadurch verpflichten sich die Hersteller zur Einhaltung der selbst erstellter Qualitätsrichtlinien (Verbandsrichtlinien), die in einigen Punkten über den Standard der gültigen Eu-Öko-Verordnung hinausgehen.

Eine Übersicht der Verbände und ihrer Warenzeichen finden Sie im Externer Link Verbraucher Bereich auf Ökolandbau.de